|
Vier Wochen Schmökern nach Herzenslust sind vorbei: Die Klasse 4a der Grundschule Nordring gibt den Lesekoffer der Buchhandlung Genniges an die vierte Klasse der Volksschule Kupferplatte weiter.
In der Buchhandlung Genniges am Rother Marktplatz ist eine Menge los an diesem Morgen: Eine ganze Schar Jungs und Mädchen hat sich um Mitarbeiterin Sonja Freyberger versammelt. Ein paar Schüler der Grundschule Nordring schleppen einen riesigen, schwarzen Reisekoffer herbei. Sonja Freyberger nimmt ihn in Empfang und erklärt den Viertklässlern von der Kupferplatte, was es damit auf sich hat.
Über 60 Lesebücher, Sachbücher und Lexika hätten in dem Koffer Platz, sagt sie. Und die dürften die Schüler von Anita Federlein nun mitnehmen und in den nächsten vier Wochen lesen. Zunächst aber stellen Clara, 10, und Selina, 10, von der Grundschule Nordring die 10 Lieblingsbücher ihrer Klasse vor. Das Plakat, auf dem sie ihre Top Ten aufgeschrieben haben, hängt Sonja Freyberger gleich in der Buchhandlung auf. Ganz oben auf der Liste steht „Dino-Alarm“ von Miriam Margraf. Aber auch Klassiker, wie zum Beispiel von Astrid Lindgren, haben die Schützlinge von Heike Jahr nicht verschmäht.
Anschließend bekommen auch die Viertklässler der Kupferplatte ein Plakat zum Eintragen ihrer persönlichen Favoriten. Außerdem verteilt Sonja Freyberger ein Lese-Tagebuch und ein Sams-Lesezeichen unter den Kindern . „In das Tagebuch könnt ihr reinschreiben, welche Bücher ihr schon gelesen habt und welches Buch euch am besten gefallen hat“, erklärt sie. Dann erinnert sie die Schüler noch daran, die einzelnen Bücher nicht zu lange auszuleihen, damit ihre Klassenkameraden sie auch noch lesen können. Nach der Koffer-Übergabe gibt es für die Schüler noch ein kleines Rätsel und jede Menge Süßigkeiten und Gebäck für die knurrenden Mägen. Die Aktion „Lesekoffer“ für die vierten Klassen der Grund- und Volksschulen läuft noch das ganze Schuljahr über. Ab nächstem Jahr werden dann sogar fünf Jahrgangsstufen in den Genuss des Koffers kommen. Das Projekt, verrät Sonja Freyberger, gebe es schon länger. Ins Leben gerufen hätte es eine Coburger Buchhandlung. Gesponsert würde es von den Verlagen Ravensburger, Dressler und Oettinger. Die stellten auch den Koffer-Inhalt zusammen.
„Die Resonanz ist gigantisch“, freut sich Sonja Freyberger. „Kinder, die sonst nie ein Buch in die Hand nehmen, beginnen plötzlich zu lesen.“ Das läge wohl an dem Ansporn durch die Klassenkameraden. „Wenn einer von einem Buch schwärmt, dann wollen es alle anderen auch lesen“. Es sei ihr ein großes Anliegen, dass die Kinder durch den Lesekoffer Zugang zu den Büchern fänden, erklärt sie. In ihnen den Spaß am Lesen zu wecken sei das Ziel des Projekts.
zurück zu den aktuellen Ereignissen
 |