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Blick aus meinem Hotelzimmer in Asmara, der Hauptstadt Eritreas
Asmara, 30. März 2005
Ihr Lieben,
Heute war mein 4. Tag hier in Asmara. Und der war so schoen und interessant!
Zunaechst war ich bei Elsa eingeladen. Elsa wurde in Aethiopien geboren und mit ihrer Mutter und ihrem geistig behinderten Bruder vor 6 Jahren nach Eritrea ausgewiesen (frueher siedelten Tigrigna diesseits und jenseits der Grenze, aber seit dem Krieg Eritreas fuer seine Unabhaengigkeit versucht wohl Aethiopien Eritrea durch Ausweisung der hiesigen Ethnien wirtschaftlich zu schaden und bereichert sich an deren Eigentum). |
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Elsa mit mir im Zimmer ihrer Familie
Elsa arbeitet als Kassiererin in einem Hotel/Restaurant. Ausserdem sorgt sie fuer ihre Mutter und ihren Bruder. Sie wohnen wie fast alle hier zusammen in einem Raum – die Kueche ist ein Schuppen mit Holzherd, das Klo ist ein Plumpsklo fuer 5 bis 50 Familien (so bei Samhar, die mit ihrer Familie von 6 Personen in einem Raum wohnt).
Also Elsa hat fuer mich gekocht und fuer Samhar, und wir hatten wieder eine Kaffeezeremonie . Der Kaffee wird ueber einem winzzigen Kohleofen, der in den Wohnraum gestellt wird, geroestet; dann wird auf diesem Feuer ein Tonkrug mit Wasser und dem gemoerserten Kaffe gekocht, in winzige Tassen durch einen Pflanzenstopfen im Hals des Tonkruges gefiltert. Wasser 2 mal nachfuellen, wieder kochen – das ganze dauert ca. 1 ½ Stunden.
Dann habe ich von der Familie Fotos gemacht auf ihren Wunsch. |
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Heute frueh beim Kaffeetrinken gab mir ein junger Mann, der mit mir am Tisch sass, den Rat , die Ministerin fuer human affaires aufzusuchen und mit ihr meine Gedanken zu besprechen. Gesagt, getan, Samhar begleitete mich zu diesem Ministerium. Da die Ministerin erst Montag wieder aus dem Ausland kam, wurde ich in Kontakt gebracht mit dem Chef der Abteilung fuer Soziales und Arbeitsangelegenheiten.
Das Gespraech mit ihm dauerte 1 ½ Stunden und war fuer mich sehr interessant. Ich wurde wie eine wichtige Persoenlichkeit behandelt: Anscheinend ist die eritreische Regierung oft auslaendischer Kritik ausgesetzt wegen ihres Einparteiensystems z.B.
Wir haben uns sehr gut und recht konstruktiv unterhalten, er berichtete ueber ihre Programme fuer Behinderte (meist aus dem Krieg),fuer Kinder ohne oder mit ueberforderten Eltern etc. – das war sehr aufschlussreich zu hoeren. Wir sprachen ueber das Thema auslaendische Kritik. Natuerlich steht es mir nicht zu, mit meinen wenigen Informationen, aus unserer so wunderbar demokratisch funktionierenden westlichen Welt kommend, ueber dieses Land gleich mal die Urteile zu verbreiten, die ich aus unseren Zeitungen und von deutschen Bekannten gehoert habe. |
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Was ich ganz toll finde: Kidane – so heist mein Gespraechspartner – will erstens fuer mich ein Gespraech mit der Ministerin arrangieren, aber was noch viel besser ist, er wird eine Rundtour fuer mich organisieren mit Leuten aus dem Ministerium, die in den Doerfern zu tun haben, damit ich in Kontakt komme zu den oertlichen Organisationen (ich wuensche mir ja Kontakt zu Frauen)! Wenn das klappt, stelle ich mir das auf jeden Fall so aufschlussreich vor! Morgen fahre ich jedenfalls nach Masawa, Eritreas groesster Hafenstadt, und gehe dort wenn moeglich dem reinen Vergnuegen nach: 33 Grad dort, Meer und Sandstrand und unberuehrte Inselwelt, die ich hoffe mit dem Tauchboot kennenzulernen.
Ich gruesse euch ganz herzlich!
Hildegard Genniges
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